Tag 7 - Dienstag, 28.08.2018

Tag 7 aus dem Tagebuch!

 

Jeden morgen vor 6 Uhr, ich wähle die Nummer der Intensiv.

Heute hat eine Schwester Dienst, sie sagt, alle Werte sind soweit stabil. Deine Körpertemperatur wird immer noch künstlich runtergekühlt.

 

Gut, heute bin ich ja schonmal beruhigt, dass nicht wieder etwas neues hinzugekommen ist. 

 

Ich merke heute extrem, wie die letzten Tage an mir gezerrt haben, und dann diese Ungewissheit, du fehlst mir so sehr...

 

Als ich nachmittags zu dir möchte, empfängt mich eine Schwester direkt am Eingang und sagt, ich soll mich bitte nicht erschrecken, deine Muskeln zittern sehr stark am ganzen Körper. Und zwar wirst du ja immer noch künstlich heruntergekühlt, jedoch will die Körpertemperatur steigen, weil du ja Fieber hast. Somit kämpft dein Körper gerade gegen diese Maschine, daher das Zittern der Muskeln. 

Ich fand es sehr nett, dass sie mich vorwarnt.

 

Es sieht wirklich furchtbar aus wie dein Körper zittert. Ich setze mich an deine linke Seite, reden kann ich heute nicht, ich würde am liebsten losweinen. 

 

Heute hast du dicke Socken an, da erinnere ich mich wieder an die Worte der Schwester am ersten Tag, ich solle dir warme Socken und Kopfhörer besorgen. Gut, das mit den Socken sehe ich ja nun, aber was hatte es mit diesen Kopfhörern zu bedeuten... Das werde ich sicherlich noch erfahren.. 

 

Jeden Tag zwischen 16 u 17 Uhr ist Visite, ich möchte dabei sein. 

So erfahre ich heute auch, dass du eine Lungenentzündung hast, daher auch das Fieber. Du bekommst Antibiotika. 

Endlich ist die Ursache gefunden.

 

Das mit der gesetzlichen Betreuung ist auch geklärt und ich kann noch heute die Einverständniserklärung für den Luftröhrenschnitt unterschreiben. Was ich auch gerade erst erfahre, sie haben heute morgen nochmal auf dem normalen Wege versucht, dich wachwerden zu lassen, in der Hoffnung du würdest vielleicht ruhiger sein. Aber das funktionierte leider überhaupt nicht, du warst übermäßig gestresst.

 

Somit MUSS dieser Luftröhrenschnitt gemacht werden, der Eingriff ist für morgen angedacht.

 

Als ich mich von dir verabschiede, ist das Zittern schon etwas weniger. Ich sage dir, dass ich dich morgen wieder besuchen komme. 

 

Zu Hause wie immer und nervlich völlig runter, geht's für mich rechtzeitig in den Feierabend..

 

Danke für jegliche Hilfe heute...