Tag 16 - Donnerstag, 06.09.2018

Tag 16 aus dem Tagebuch!

 

 

Heute morgen hat eine Schwester Dienst.

 

Aus Versehen kommt sie beim Telefon auf den Lautsprecher und bekommt den irgendwie nicht wieder aus. "Ach, sagt sie, ist ja auch egal, ich stehe gerade bei Ihrem Mann am Bett". Sie erzählt mir, du hast die Nacht gut überstanden, warst wieder sehr aktiv, du kommst einfach nicht zur Ruhe, aber ansonsten ist alles zufriedenstellend. Dann meinte Sie, ich sollte mal was sagen, mal sehen ob du das mitbekommst, denn der Lautsprecher ist ja noch an. Ich sage "Hallo mein Schatz, ich hoffe du hast gut geschlafen, ich bin`s, Mone"  

Die Schwester glaubte, du wolltest irgendetwas sagen, das ging ja aber nicht, weil das Tracheostoma an der Beatmungsmaschine angeschlossen war.

 

Ich sagte dann, dass ich dich heute Nachmittag wieder besuchen komme und dann haben wir das Gespräch auch beendet.

 

Heute war ich mal wieder einkaufen und habe dir eine Kulturtasche besorgt und alles was dazu gehört. Für die Reha. Denn in 5 Tagen hast du die kritischen 3 Wochen überstanden und ich denke mal, dass es dann sehr schnell gehen kann, dass du in eine Früh-Reha verlegt wirst. Somit hab ich jetzt schon fast alles gepackt für dich.

 

Nachmittags hatte ebenfalls eine Schwester Dienst. Als ich das Zimmer betrete, sitzt du im Bett, voll entspannt, du warst auch gerade nicht an der Beatmungsmaschine. Dann hast du mir einen Kuss gegeben zur Begrüßung und nun kommts, du hast "Mone" gesagt, meinen Namen. so fing ich an mit dir zu reden und du sagtest sogar manchmal "ja" und "okay" . Und dann hatte ich heute mal die Nagelschere mit, weil deine Finger und Fußnägel echt ganz schön lang waren mittlerweile. Als ich dich fragte, ob ich dir die Nägel schneiden darf kam laut "neeee".   Gut, sagte ich, dann frag ich dich morgen nochmal. Ich bin so dankbar, wie kommunikativ du bist und jeden Tag wird es besser. 

 

Auch heute zeigst du wieder auf die Trinkflasche. Die Schwester erzählte uns aber, dass die Logopädin heute meinte, dass du lieber erstmal nichts mehr trinken sollst, sie haben Angst, dass es in die Lunge läuft, weil das mit dem Schlucken doch noch nicht so gut funktioniert wie angenommen. Und damit du nicht schon wieder eine Lungenentzündung bekommst, warten wir lieber ab, bis das mit dem Schlucken richtig gut funktioniert. Wir durften dann aber einen Wattebausch eintunken in Mezzomix und du durftest das dann aussaugen. Klappte auch echt gut.

5 Minuten war dann auch Ruhe, aber dann wolltest du wieder was trinken und als die Schwester dann "nein" sagte, wurdest du richtig so ein bisschen böse. 

 

Zur Ablenkung haben wir dir heute mal Musik vorgespielt, von Xavier Naidoo "Was wir alleine nicht schaffen".. Und endlich, du hast Emotionen gezeigt, du fingst an zu weinen und an den Lippen konnte man sehen, dass du mitsingen wolltest.. Wir haben es dann zusammen angehört und gemeinsam geweint... ein unglaublich ergreifender Moment...  

 

Du wurdest dann auch immer müder und ich fragte dich dann, ob du schlafen willst, du sagtest "ja". Ich sagte dann, dass ich dann jetzt nach Hause fahre und morgen wiederkomme, auch da sagtest du "ja". Und dann wolltest du mir noch unbedingt einen Kuss geben, das war wirklich alles Wahnsinn heute. Ich bin so mega stolz auf dich. Niemand hätte geglaubt, dass du jetzt schon so viel Reaktionen zeigst, dass du überhaupt Worte rausbekommst ist sagenhaft. Die Ärzte sagten, du übertriffst wirklich alle Erwartungen, alle 24 Std. machst du so tolle Fortschritte.

 

Als ich dann losging, warst du auch schon wieder eingeschlafen.

 

Für morgen hat sich meine liebste Freundin angemeldet, sie möchte gerne den ganzen Tag hier bleiben, mir helfen, für mich da sein und ich kann dann nachmittags in Ruhe zu dir fahren, sie kümmert sich dann um die Hunde usw... Ich freue mich total...

 

Alle die heute für mich da waren, in welcher Form auch immer, dankeschön....